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Quecke

Quecke
Foto: Rosse

Botanische Bezeichnung

Gemeine oder Gewöhnliche Quecke
Agropyron repens (L.) P. Beauv., syn. Elymus repens (L.) Gould

Familie

Süßgräser (Poaceae)

Wissenswertes zur Pflanze

Die Gemeine Quecke ist ein Gras, das über die gesamte nördliche Erdhälfte verbreitet vorkommt; in Grönland, Südamerika, Australien und Neuseeland eingeschleppt. Es wächst an Wegrändern, auf Äckern und Gartenland und ist auf besseren Böden als Unkraut weit verbreitet.

Der Gattungsname Agropyron leitet sich von griech. ,agrios' (= wild) oder ,agros' (= Acker) und griech. ,pyros' [= Weizen(korn)] ab, also ,Wilder Weizen', wodurch deutlich wird, dass manche Arten dem Weizen ähnlich sind. Das Artepitheton repens heißt übersetzt ,kriechend', womit auf die unter der Erde kriechenden Sprossteile (Rhizom, Wurzelstock) angesprochen werden. Der deutsche Name ,Quecke' stammt aus dem Mittelhochdeutschen: ,quecke', ,kecke' bezeichnet ein frisches, munteres Wesen. Diesen Namen verdankt die Quecke der Tatsache, dass sie durch ihre ,Kriechwurzeln' ein stark wucherndes, schwer zu bekämpfendes Unkraut ist. Der heute korrekte Namen Elymus repens (L.) Gould ist das Ergebnis molekulargenetischer Untersuchungen.

Die Quecke ist ein 20 cm bis 1,5 m hohes Gras mit einem unterirdisch verlaufenden und Ausläufer treibenden, bindfadenstarken Wurzelstock (ein unterirdischer Spross). Der Stängel, botanisch bei den Gräsern Halm genannt, ist aufrecht, die Blattscheiden lebhaft grün oder blaugrau, 5 bis 15 mm breit, flach und von kurzen Haaren rau. Die Blattnerven erscheinen gegen das Licht als weiße Linien. Die Ähren sind etwa 10 cm lang, die Ährchen 3- bis 5-blütig, zweizeilig an der Ährenachse sitzend. Die Hüllspelzen laufen in eine 2 bis 4 mm lange grannenartige Spitze aus. Blütezeit ist Juli bis September.

Arzneilich verwendete Pflanzenteile (Droge)

Verwendet wird der ganze oder geschnittene, von den Nebenwurzeln befreite, gewaschene und getrocknete Wurzelstock (Graminis rhizoma - Queckenwurzelstock). Der lateinische Drogennamen leitet sich von lat. ,gramen' (= Gras, Genitiv: ,graminis') ab. Die Droge des Handels stammt aus verschiedenen Balkanländern.

Inhaltsstoffe der Droge

Queckenwurzelstock enthält Schleimstoffe, Polysaccharide (Tricin) und Zuckeralkohole.

Qualitätsbeschreibungen

Die Qualität des Queckenwurzelstocks (Graminis rhizoma) ist im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) festgelegt.

Medizinische Anwendung

Anerkannte medizinische Anwendung

Das HMPC hat Queckenwurzelstock als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft (siehe "Traditionelle Anwendung").
ESCOP: zur Behandlung einer Reizblase und anderen Störungen der ableitenden Harnwege.
Kommission E: zur Durchspülung bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege und als Vorbeugung bei Nierengrieß.

Traditionelle Anwendung

Queckenwurzelstock wurde vom HMPC als traditionelles pflanzliches Arzneimittel (§ 39a AMG) eingestuft. Basierend auf langjähriger Erfahrung kann Queckenwurzelstock zur Erhöhung der Harnmenge und damit zur Durchspülung der Harnwege unterstützend bei leichten Harnwegsbeschwerden angewendet werden.
Traditionell angewendet zur Unterstützung der Ausscheidungsfunktion der Niere (traditionelle Anwendung nach § 109a).

Arzneiliche Drogenzubereitungen in Fertigarzneimitteln

  • Geschnittener Queckenwurzelstock zur Bereitung eines Tees
  • Fluidextrakte in flüssigen Zubereitungen
  • Tinkturen in Tropfen

Dosierung

Fertigarzneimittel: siehe Packungsbeilage;
Teeaufguss: 2- bis 4-mal täglich eine Tasse Queckenwurzelstocktee trinken; Tagesdosis 10 bis 20 g Droge. Sinnvoll ist eine Kombination mit anderen Drogen wie Hauhechelwurzel, Goldrutenkraut, Birkenblätter oder Brennnesselblätter (Blasen- und Nierentee, Harntee).

Bereitung eines Teeaufgusses

5 bis 10 g geschnittener Queckenwurzelstock mit ca. 150 mL kochendem Wasser übergießen und nach 10 Min. abseihen.

Hinweise

Bei einer Durchspülungstherapie muss reichlich Flüssigkeit getrunken werden! Beim Vorliegen von Ödemen infolge eingeschränkter Herz- und Nierentätigkeit soll eine Durchspülungstherapie mit Queckenwurzelstock nicht durchgeführt werden. Sollten während der Behandlung Fieber, Harnverhalten, Krämpfe beim Wasserlassen oder Blut im Urin auftreten, ist ärztlicher Rat einzuholen.
Für die Anwendung von Queckenwurzelstock während der Schwangerschaft und Stillzeit liegen noch keine Untersuchungen zur Unbedenklichkeit vor. Für eine Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren reichen die Erkenntnisse noch nicht aus.

Nebenwirkungen

Keine bekannt

Wechselwirkungen

Keine bekannt

Literaturhinweise

Drogenmonographien

HMPC, ESCOP, Kommission E

Weiterführende Literatur

Wichtl: Teedrogen und Phytopharmaka
Schilcher: Leitfaden Phytotherapie
Van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen
Kommentar zum Europäischen Arzneibuch (Queckenwurzelstock, Nr. 1306)