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Zistrose

Zistrose
Foto: Stahl-Biskup

Botanische Bezeichnung

Kretische Zistrose - Cistus creticus L. ssp. creticus [Syn. C. incanus ssp. creticus (L.) Heywood]

Familie

Zistrosengewächse (Cistaceae)

Wissenswertes zur Pflanze

Die Zistrose ist im östlichen Mittelmeergebiet heimisch und wächst westlich bis Sardinien. Sie ist dort in den mediterranen Macchien und Garigues als 30 cm bis 1 m hoher Strauch sehr verbreitet und prägt deutlich das Landschaftsbild mit.

Der Gattungsnamen Cistus leitet sich von griech. ,kisthos' (= unbekannter Herkunft) ab, das Artepitheton creticus lässt erkennen, dass sie auf Kreta sehr präsent ist. Das Artepitheton incanus im synonymen Namen bedeutet „aschgrau”, womit die weißgraue Behaarung der Stängel, Zweige, Blütenstiele und Kelchblätter angesprochen wird. Der Name „Rose” verdankt sie ihrer Ähnlichkeit mit unserer Hundsrose, was sich auf die Form und Farbe der rosaroten Blüten bezieht. Im Unterschied zur Hundsrose sind die Blütenblätter der Zistrose immer etwas runzelig (zerknittert), ein Charakteristikum dieser Blüte.

Die Kretische Ziestrose ist ein aromatisch duftender, 30 bis 100 cm hoher, vielästiger Strauch mit weißgrau behaarten Zweigen. Blätter eiförmig-lanzettlich, die rosaroten Blüten sind 4 bis 6 cm im Durchmesser mit 5 rosaroten, zerknitterten Blütenblättern. Zahlreiche gelbe Staubblätter stehen um den Fruchtknoten. Blütenzeit ist Dezember bis Juni.

Arzneilich verwendete Pflanzenteile (Droge)

Verwendet werden die getrockneten Blätter (Cisti folium) oder die getrockneten einjährigen Triebe zur Blütezeit (Cisti incani herba). Die Drogen stammen aus Wildsammlungen im Mittelmeergebiet.

Inhaltsstoffe der Droge

Zistrosenblätter und -kraut enthalten Gerbstoffe, Phenolcarbonsäuren, Flavonoide und ätherisches Öl (Sesquiterpene).

Qualitätsbeschreibungen

Arzneibuch-Qualitätsbeschreibungen der Zistrosenblätter (Cisti folium) und des Zist­rosen­krauts (Cisti herba) stehen derzeit nicht zur Verfügung.

Medizinische Anwendung

Anerkannte medizinische Anwendung

HMPC: eine Monographie „Zistrosenblätter” ist in Arbeit.

Volkstümlich wird die Droge innerlich bei Durchfall und Erkältungskrankheiten, äußerlich bei Hauterkrankungen wie z.B. Neurodermitis angewendet. vor einigen Jahren, mit Auftreten der Vogel- und Schweinegrippe, kam die Zistrose intensiv ins Gespräch im Zusammenhang mit ihrer Eigenschaft als vorbeugendes Mittel gegen Virusinfekte wie die saisonale Grippe oder die Vogel- und Schweinegrippe. Dieses Anwendungsgebiet stützt sich auf den experimentellen Nachweis der Verhinderung des Anheftens an und Eindringens in Körperzellen für H7/N7-, H5N1- und H1N1-Viren (Schilcher). Die therapeutische Wirksamkeit bei viralen Infekten ist bei Pharmakologen und Medizinern allerdings sehr umstritten.

Traditionelle Anwendung

Zistrosenblätter (-kraut) erhielten bisher keine Einstufung als traditionelles Arzneimittel im Sinne des § 39a AMG.

Arzneiliche Drogenzubereitungen in Fertigarzneimitteln

  • Geschnittene Zistrosenblätter oder geschnittenes Zistrosenkraut zur Teebereitung
Zistrosenblätterextrakte gelten heute als Arzneimittel und nicht wie lange vom Markt gehandhabt als Medizinprodukt oder Nahrungsergänzungsmittel (NEM). Zurzeit ist kein zugelassenes Fertigarzneimittel im Handel.

Dosierung

Fertigarzneimittel: entfällt
Teeaufguss: 3 bis 4 mal täglich eine Tasse Zistrosenblätter(-kraut)tee trinken. Tagesdosis 3 bis 6 g Droge. Äußerliche Anwendung: 3 mal täglich eine wässrige Abkochung von Zistrosenblätter in Form eines Umschlags auf die betroffenen Hautstellen geben.

Bereitung eines Teeaufgusses

2 g fein geschnittene Zistrosenblätter/Zistrosenkraut mit ca. 150 mL siedendem Wasser übergießen und nach 10 Min. abseihen.

Hinweise

Bei länger als 3 bis 4 Tage anhaltendem Durchfall ist ein Arztbesuch angeraten.
Zur Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit liegen noch keine Untersuchungen zur Unbedenklichkeit vor. Für eine Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren reichen die Erkenntnisse noch nicht aus.

Nebenwirkungen

Keine bekannt

Wechselwirkungen

Keine bekannt

Literaturhinweise

Drogenmonographien

Keine

Weiterführende Literatur

Schilcher: Leitfaden Phytotherapie
Van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen