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Sägepalme

Sägepalme
© Sertürner Bildarchiv

Botanische Bezeichnung

Sägepalme, Sägezahnpalme
Serenoa repens (W. Bartram) Small
[Syn. Sabal serrulata (Michx.) Nutt.]

Familie

Palmen (Arecaceae)

Wissenswertes zur Pflanze

Die Sägepalme ist in den küstennahen Südstaaten Nordamerikas heimisch und hat ihr Haupt­verbreitungsgebiet in South Carolina und Florida. Dort wächst sie auf sandigen Böden in Dünen und Kiefernwäldern; auch findet man die Sägepalme im tropischen Mittel- und Südamerika. Es ist eine kurzstämmige Buschpalme mit großen fächerförmigen, blaugrünen Blättern, die in 18 bis 24 Segmente aufgeteilt sind. Charakteristisch ist deren sägenartige, feine Zähnung. Auch die 1 bis 1,5 m langen Blattstängel tragen diese Zähnung. Dies hat der Palme im Deutschen den Namen „Sägepalme“ eingebracht, auch im Artepitheton serrata des Synonyms, abgeleitet von lat. ‚serra’ (= Säge) und ‚serratus’ (= sägeförmig gezähnt), kommt dies zum Ausdruck. Das Artepitheton repens des heute gebräuchlichen botanischen Namens bezieht sich auf das kriechende Rhizom der Sägepalme (lat. ‚repens’ = kriechend). Die kleinen Blüten stehen achselständig in verzweigten Rispen. Aus ihnen entwickeln sich bis 3 cm lange, eiförmige, einsamige, fast schwarze Früchte.

Arzneilich verwendete Pflanzenteile (Droge)

Verwendet werden die getrockneten, reifen Früchte (Sägepalmenfrüchte - Sabalis serrulatae fructus). Die auf dem Markt befindliche Droge stammt aus Wildvorkommen der küsten­nahen Südstaaten der USA und Mittelamerikas.

Inhaltsstoffe der Droge

Sägepalmenfrüchte enthalten fettes Öl, freie Fettsäuren und Sterole.

Qualitätsbeschreibungen

Die Qualität folgender Drogen bzw. Drogenzubereitungen ist im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) festgelegt:

  • Sägepalmenfrüchte (Sabalis serrulatae fructus)
  • Sägepalmenfrüchteextrakt (Sabalis serrulatae extractum)

Medizinische Anwendung

Anerkannte medizinische Anwendung

Das HMPC hat die Anwendung von Sägepalmenfrüchte in Form von Dickextrakten (DEV 7-11:1, Auszugsmittel Hexan) zur symptomatischen Behandlung der Benignen Prostata Hyperplasie (BPH) als „medizinisch anerkannt“ („well-established use“) akzeptiert. Andere Dickextrakte wurden als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft (siehe „Tra­ditionelle Anwendung“).
Durch klinische Studien belegte Anwendungsgebiete (Zulassung), ESCOP und Kommission E: Miktionsbeschwerden bei benigner Prostatahyperplasie (BPH, auch benignes Prostata­sydrom, BPS) - Stadium I bis II (nach Alken) oder Stadium II und III nach Vahlen­sieck.

Traditionelle Anwendung

Sägepalmenfrüchte in Form von Dickextrakten (DEV 7,5-14,3:1, Auszugsmittel Ethanol 90-96 %) wurden vom HMPC als traditionelles pflanzliches Arzneimittel (§ 39a AMG) eingestuft. Basierend auf langjähriger Erfahrung können diese Dickextrakte zur Linderung der Symptome der Benignen Prostata Hyperplasie (BPH) eingesetzt werden, wenn ärztlicherseits eine ernsthafte Erkrankung ausgeschlossen wurde (siehe auch „Anerkannte medizinische Anwendung“).

Arzneiliche Drogenzubereitungen in Fertigarzneimitteln

Dosierung

Fertigarzneimittel: siehe Packungsbeilage;
Teeaufguss: Die Bereitung eines Teeaufgusses ist nicht sinnvoll, da die fettlöslichen Inhaltsstoffe der Sägepalmenfrüchte kaum in den Tee übergehen. Um die Wirkung bei der Behandlung der benignen Prostatahyperplasie (BPH) zu gewährleisten, wird angeraten, diese in Form von Fertigarzneimitteln anzuwenden; die Dosierung ist der Packungsbeilage zu entnehmen.

Bereitung eines Teeaufgusses

entfällt

Hinweise

Da mit Sägepalmenfrüchten nur die Beschwerden einer vergrößerten Prostata gebessert werden, nicht aber die Vergrößerung der Prostata als solche (symptomatische Behandlung), muss zur Kontrolle regelmäßig ein Arzt aufgesucht werden.

Bei Kindern und Jugendlichen ist das Krankheitsbild der Benignen Prostatahyperplasie (BPH) nicht relevant, weswegen eine Anwendung ohnehin nicht vorgesehen ist.

Nebenwirkungen

Bei der Einnahme von Sägepalmenfrüchten kommt es gelegentlich zu Magenbeschwerden.

Wechselwirkungen

Vereinzelt wurde eine verstärkte Wirkung von gerinnungshemmenden Arzneimitteln wie Phenprocoumon (Marcurmar) und Warfarin festgestellt; auch wurden erhöhte Blut­gerinnungs­werte beschrieben.

Literaturhinweise

Drogenmonographien

HMPC, ESCOP, Kommission E, WHO Vol. 2

Weiterführende Literatur

Wichtl: Teedrogen und Phytopharmaka
Schilcher: Leitfaden Phytotherapie
Van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen
Kommentar zum Europäischen Arzneibuch (Sägepalmenfrüchte, Nr. 1848; Sägepalmenfrüchteextrakt, Nr. 2579).